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Zusammenleben von Menschen und großen Beutegreifern in den Alpen

Freitag, 19 September 2014

Der Fall der Bärin Daniza hat erneut die Debatte über das Zusammenleben von Menschen und  großen Beutegreifern in Italien, aber auch in anderen Alpenländern angefacht.
In diesem Sommer gelangte die Bärin Daniza zu trauriger Berühmtheit, nachdem sie einen Mann verletzt hatte, der ihre Jungen im Wald von Pinzolo, Trentino (IT) beobachtet hatte. Aufgrund dieses Vorfalls hat die Provinz Trentino beschlossen, sie einfangen zu lassen, um die öffentliche Sicherheit zu gewähren. Am 10. September verstarb die Bärin infolge der Wirkungen der Betäubungsmittel die ihr verabreicht wurden, um sie einfangen zu können. Daniza, 19 Jahre alt, wurde im Jahre 2000 in den trentiner Bergen ausgewildert, im Rahmen des von der europäischen Union finanzierten Projekts „Life Ursus". Seitdem hat sie 17 Bärenjungen zur Welt gebracht. Zwischen 40 und  49 Braunbären, eine Art, die in Italien einen „besonderen Schutz“  genießt, leben in den Bergen zwischen Trentino und seiner Umgebung. Dies zeigt den Erfolg des Projekts aus biologischer Sicht.

Ein Zusammenleben zwischen Menschen und großen Beutegreifern mit ständigen Konflikten

Den ganzen Sommer über war das Schicksal der Bärin sowohl in der Presse wie auch in der Öffentlichkeit und bei Interessensvertretergruppen Gegenstand einer kontroversen Debatte. Eine Mobilisierung, wie man sie noch nicht gesehen hatte fand insbesondere in den sozialen Netzwerken Italiens zugunsten der Bärin statt (Io sto con Daniza – „ich bin bei Daniza“ siehe Foto). Der Fall zeigt erneut, wie konfliktreich sich das Zusammenleben von Menschen und großen Beutegreifern gestalten kann, und inwiefern der Umgang mit diesen Arten (Bär, Wolf und Luchs in den Alpen) in verschiedenster Hinsicht ernste Herausforderungen bereithalten kann.

Gemeinsam Lösungen finden
Es ist klar, dass ein gemeinsames Vorgehen der verschiedenen alpinen Schutzgebiete, der betroffenen Institutionen und spezialisierten Vereine zu diesem Thema fundamental ist. Diese Arbeit muss in Anbetracht der Tatsache geleistet werden, dass in einem stark bevölkerten Bergmassiv wie den Alpen zum langfristigen Erhalt dieser Arten ein aktives Management der großen Beutegreifer notwendig ist. In diesem Sinn hat ALPARC schon in der Vergangenheit zu diesem Thema innerhalb der Arbeitsgruppe „Große Beutegreifer“  agiert.  ALPARC steht weiterhin zur Verfügung zur Fortsetzung oder Neuaktivierung der Arbeit mit den Schutzgebietsverwaltern, um gemeinsam Lösungen in dieser Problematik zu finden.
Vor mehreren Jahren hat die Alpenkonvention eine „Plattform große Beutegreifer“ geschaffen, um auf der Basis eines integrierten Ansatzes Lösungen für nachhaltiges Management der großen Beutegreifer zu finden. Die Plattform hat sich zum Ziel gesetzt, nicht nur ökologische, sondern auch ökonomische und soziale Aspekt des Problems in Betracht zu ziehen.

Weitere Informationen: http://www.alpconv.org/fr/organization/groups/wgcarnivores/default.html