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Grosse Beutegreifer und Schutzgebiete: Die ALPARC Arbeitsgruppe

Die Arbeitsgruppe „Große Beutegreifer“ von ALPARC (dem Netzwerk Alpiner Schutzgebiete) wurde 1999 anlässlich der Konferenz des Netzwerks in Belluno (I) gegründet. Im Rahmen der darauffolgenden Seminare hat die Arbeitsgruppe sich eine Struktur gegeben und konkrete Zielsetzungen und Maßnahmen festgelegt.

Sie hat die folgenden Aufgaben: einen Beitrag zur Erhaltung der großen Beutegreifer in den Alpen leisten; fachgerechte Informationen über die Biologie und den Status von Bär, Wolf und Luchs zu verbreiten; Strategien zu fördern, durch die die sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Bedingungen begünstigt werden, unter denen die Koexistenz des Menschen mit den drei Arten erleichtert wird; zum Aufbau eines Netzwerks für die Kooperation mit anderen Einrichtungen und Vereinen beizutragen.

Zur Umsetzung der aufgeführten Aufgaben hat die Arbeitsgruppe den Naturpark Adamello Brenta als federführenden Park ausgewählt und eine Reihe von konkret umzusetzenden Maßnahmen anberaumt: die Verpflichtung der Partner zur Kooperation, die Sensibilisierung der Öffentlichkeit, das konstante Monitoring der Arten, die Suche nach einer gemeinsamen Strategie für die Artenerhaltung. 

Wozu ein Fragebogen?

Bis heute konnte die Arbeitsgruppe die an sie gestellten Erwartungen nicht erfüllen, insbesondere aufgrund der mangelnden Beteiligung der alpinen Schutzgebiete an den vom Naturpark Adamello Brenta und von der Task Force Schutzgebiete des Ständigen Sekretariats der Alpenkonvention, die ALPARC koordiniert, vorgeschlagenen Aktivitäten.

In diesem Zusammenhang wurde anlässlich des Treffens im März 2009 in Mittersill (Österreich) im Nationalpark Hohe Tauern (im Rahmen der Trophäe Danilo Re) beschlossen, einen Fragebogen an alle alpinen Schutzgebiete zu versenden, um das reale Interesse an der Arbeitsgruppe „Große Beutegreifer“ zu prüfen und die Funktion und die effektive Notwendigkeit dieser Organisation zu erörtern.

Mit dem vom Naturpark Adamello Brenta unter der Aufsicht der Task Force Schutzgebiete erstellten Fragebogen sollte auch eine aktuelle Bestandsaufnahme der Maßnahmen der Alpenparks zur Erhaltung von Bär, Wolf und Luchs erfolgen. 

Die Ergebnisse des Fragebogens

Obwohl fast alle Schutzgebiete der Alpenländer einen Fragebogen erhielten, wurden nur 15 der insgesamt 211 an die Manager der Schutzgebiete verschickten Fragebögen ausgefüllt zurückgesendet.

Da der Hauptzweck des Fragebogens ein Feedback zum tatsächlichen Interesse der alpinen Schutzgebiete bezüglich der Teilnahme an den Arbeiten der Arbeitsgruppe „Große Beutegreifer“ war, tritt klar zu Tage, dass die geringe Anzahl der Antworten bereits eine klare Aussage zu den Absichten und zu der Bereitschaft zur Beteiligung ist. Die durch die Fragebögen erworbenen Informationen spiegeln nicht die reale Situation wieder und können daher nicht als Bestandsaufnahme der laufenden oder geplanten Aktivitäten zur Erhaltung der großen Beutegreifer in den Alpen angesehen werden. Es kristallisieren sich jedoch einige interessante Impulse heraus, insbesondere der einstimmige Wunsch nach einer stärkeren Kooperation zwischen den Schutzgebieten.

14 von 15 Schutzgebieten unterstreichen die Notwendigkeit der Zusammenarbeit und des Austausches von relevanten und aktuellen Informationen im Hinblick auf die Erarbeitung einer gemeinsamen Strategie für die Erhaltung und das Management von Bär, Wolf und Luchs. Hervorgehoben wurden auch der Mangel einer echten, alpenübergreifenden Koordination zum Thema große Beutegreifer und das Erfordernis, Zielsetzungen und Inhalte zu teilen, die durch ein gemeinsames Vorgehen wirksamer umgesetzt werden könnten. Laut einigen Schutzgebieten sollte ein gemeinsamer Standard für das Monitoring festgelegt werden, im Rahmen dessen auch die erzielten Ergebnisse gemeinsam genutzt werden können. Weitere Anliegen waren die Schaffung von Korridoren zur Verbindung der Schutzgebiete untereinander und der Austausch von Informationen und Erfahrungen, mit einem besonderen Augenmerk auf die Reduzierung der sozialen Konflikte, die aufgrund bestimmter wirtschaftlicher Tätigkeiten des Menschen entstehen können.

Quelle: Parco Naturale Adamello Brenta und ALPARC (Netzwerk der alpinen Schutzgebiete)

Filippo Zibordi
Parco Naturale Adamello Brenta